Warum eine Reihenfolge
Der Zylinderkopf eines 4-Zylinder-Motorrads ist flach und lang (typischerweise 250–300 mm). Wenn du die Schrauben in beliebiger Reihenfolge anziehst, verformst du die Dichtfläche, bevor sie gleichmäßig gepresst ist. Ergebnis: Ölverlust oder ungleichmäßige Verdichtung zwischen den Zylindern.
Die Grundregel
Immer in Spiralform anziehen, von der Mitte nach außen, in mehreren progressiven Durchgängen.
Methode für typische 4-Zylinder (10 Zylinderkopfschrauben)
Nummerierung
Nummeriere die Schrauben von 1 bis 10, beginnend von der Mitte des Zylinderkopfs, wechselweise links-rechts, dann spiralförmig nach außen. Die meisten Werkstatthandbücher geben dieses Schema direkt vor.
Anzugsdurchgänge
Durchgang 1: alle Schrauben auf 30 % des Enddrehmoments (z. B. 12 N·m bei 40 N·m Ziel), in nummerierter Reihenfolge.
Durchgang 2: alle Schrauben auf 60 % des Enddrehmoments (z. B. 24 N·m), in nummerierter Reihenfolge.
Durchgang 3: alle Schrauben auf Enddrehmoment (z. B. 40 N·m), in nummerierter Reihenfolge.
Durchgang 4 (typische Motorrad-Drehmomente): Bei einigen Motorrädern (Kawasaki ZX-6R, Yamaha R1) ein 4. Durchgang mit +90° Winkelvorgabe (mit Winkelschlüssel, nicht in N·m). Überprüfe das Handbuch.
Referenzdrehmomente (im Handbuch bestätigen)
| Motorrad | Enddrehmoment Zylinderkopf |
|---|---|
| Yamaha MT-09 (CP3) | 30 N·m + 110° Winkel |
| Honda CB650R (4-Zyl.) | 47 N·m |
| Kawasaki Z900 | 49 N·m |
| Suzuki GSX-S750 | 38 N·m |
⚠️ Diese Werte sind Richtwerte. Immer das Service Manual DEINES genauen Modells/Jahres überprüfen. Eine Variante (z. B. MT-09 2014 vs. 2021) kann das Drehmoment ändern.




