Kühlung: Das System, das man bis zur Überhitzung vergisst
Das Kühlsystem ist eines der am meisten vernachlässigten Systeme auf einem Motorrad. Solange die Temperatur normal bleibt, denkt man nicht daran. Aber wenn die Nadel in den roten Bereich klettert, ist es oft zu spät — Zylinderkopfdichtung gerissen, Zylinderkopf verzogen, Motor blockiert.
Eine regelmäßige Kontrolle dauert 5 Minuten und kostet fast nichts.
Welche Flüssigkeit verwenden?
Motorrad-Kühlflüssigkeit ist ein Gemisch aus Ethylenglykol und demineralisiertem Wasser mit Korrosionsinhibitoren. Verwende niemals reines Leitungswasser — Kalk und Mineralien verursachen interne Korrosion und Ablagerungen im Kühler.
Spezifikationen:
- Frostschutz bis mindestens -25 °C (überprüfe auf dem Behälter)
- Kompatibel mit Aluminium-Legierungen (notwendig — Motorradmotoren bestehen aus Aluminium)
- Vorzugsweise gleiche Marke/Farbe wie die bereits vorhandene Flüssigkeit, um Inkompatibilität der Zusatzstoffe zu vermeiden
Einige Hersteller schreiben eine spezifische Flüssigkeit vor (Honda Type 2, Yamaha Yamalube). Überprüfe das Werkstatthandbuch.
Wann austauschen?
- Alle 2 Jahre oder 40 000 km, je nachdem, was zuerst eintritt
- Die Flüssigkeit verschlechtert sich mit der Zeit: Die Korrosionsinhibitoren werden aufgebraucht, auch wenn das Motorrad nicht fährt
Flüssigkeitsstand überprüfen
Der Stand wird bei kaltem Motor überprüft, mit aufrechtem Motorrad (nicht auf dem Seitenständer). Der Ausgleichsbehälter hat MIN- und MAX-Markierungen. Der Stand sollte dazwischen liegen.
Wenn der Stand regelmäßig sinkt:
- Überprüfe die Schläuche (Risse, lockere Schellen)
- Überprüfe den Kühlerverschluss (ermüdete Feder = Druckverlust)
- Überprüfe die Zylinderkopfdichtung (Flüssigkeit im Öl = milchige Emulsion am Öleinfülldeckel)


