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Fahrradreifen: die richtige Breite und den richtigen Typ wählen

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Max
5 min2. April 2026
Fahrradreifen: die richtige Breite und den richtigen Typ wählen

Der Größen-Dschungel — ETRTO schafft Klarheit

Der gleiche Reifen kann als "700x25C", "25-622" oder "28 Zoll" gekennzeichnet sein. Kein Wunder, dass das zu Verwirrung führt. Das ETRTO-System (European Tyre and Rim Technical Organisation) schafft Ordnung.

ETRTO-Format: Breite-Innendurchmesser (in mm)

Übliche BezeichnungETRTOTypisches Fahrrad
700x23C23-622Rennrad Wettkampf
700x25C25-622Rennrad Performance
700x28C28-622Rennrad Langstrecke
700x32C32-622Gravel leicht
700x40C40-622Gravel
700x47C47-622Gravel Adventure
29x2.25"57-622MTB 29"
27.5x2.35"60-584MTB 27.5"
26x2.10"54-559MTB 26" (legacy)
20x1.75"47-406Faltrad / Lastenrad
Die Zahl, die wirklich zählt, ist der Innendurchmesser (622, 584, 559, 406…). Sie bestimmt, ob der Reifen auf deine Felge passt. Ein "700C"-Reifen und ein "29-Zoll"-Reifen haben denselben Innendurchmesser (622 mm) — es ist die gleiche Radgröße.

Reifenbreite und Felgen-Innenbreite

Der Reifen muss mit der Innenbreite deiner Felge kompatibel sein. Zu schmal auf einer breiten Felge = kantiges Profil, schlechter Grip. Zu breit auf einer schmalen Felge = bauchiges Profil, Absprung-Risiko.

Empfohlene Kompatibilitätsmatrix:

Felgen-InnenbreiteEmpfohlene Reifen
13-15 mm23-28 mm
17 mm25-32 mm
19 mm28-40 mm
21 mm30-50 mm
23 mm35-55 mm
25 mm40-60 mm
30 mm50-65 mm
35 mm55-70 mm

Einfache Regel: Die Reifenbreite sollte zwischen dem 1,4- und 2,4-Fachen der Felgen-Innenbreite liegen. Unter 1,4x → zu schmal, über 2,4x → zu breit.

Achtung: Prüfe auch die Bodenfreiheit am Rahmen und an der Gabel. Ein Reifen, der auf deine Felge passt, kann trotzdem am Rahmen, an den Streben oder an den Bremssätteln schleifen.

TPI — was misst das?

TPI = Threads Per Inch, die Anzahl der Fäden pro Inch in der Reifenkarkasse.

  • Niedriger TPI (24-60): robustere Karkasse, pannensicherer, schwerer, weniger flexibel. Ideal für Stadt-/Pendlernutzung
  • Hoher TPI (90-170): feinere Karkasse, flexibler, besserer Rollwiderstand, leichter, aber weniger schnittfest. Ideal für Wettkampf und Performance
  • Mittlerer TPI (60-90): guter Kompromiss zwischen Sicherheit und Rollwiderstand
Ein Continental GP5000 in der Standardversion hat 110 TPI. Die "S TR"-Version (tubeless ready) hat ebenfalls 110 TPI, aber mit einer zusätzlichen Schutzschicht. Der GP5000 "AS" (All Season) hat 110 TPI mit einer Vectran-Unterschicht gegen Pannen.

Compound-Typen (Gummi)

Das Compound ist die Gummisorte der Lauffläche. Es beeinflusst Grip, Haltbarkeit und Rollwiderstand.

Mono-Compound: ein einziger Gummi über die gesamte Breite. Kompromiss zwischen Grip und Haltbarkeit. Standard bei Budget-Reifen.

Dual-Compound: harter Gummi in der Mitte (Rollwiderstand, Haltbarkeit) + weicher Gummi an den Flanken (Kurvengrip). Standard bei Mittelklasse-Reifen.

Triple-Compound: drei verschiedene Gummizonen. Das leistungsfähigste, aber auch teuerste. Standard bei Premium-Reifen (Schwalbe Addix SpeedGrip, Continental BlackChili).

Gummihärte (Shore A):

  • 40-50 Shore A: sehr weich, ausgezeichneter Grip, schnelle Abnutzung (Abfahrt, DH)
  • 50-60 Shore A: vielseitig (Trail, Gravel)
  • 60-70 Shore A: hart, gute Haltbarkeit, reduzierter Grip (Straße, Stadt)
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Pannenschutz-Schichten

Hersteller integrieren verschiedene Pannenschutz-Technologien:

  • Schwalbe Marathon Plus: SmartGuard-Schicht (5 mm Recycling-Kautschuk). Fast nicht zu durchstechen, aber schwer (~700 g in 700x28)
  • Continental Gator Hardshell: Duraskin an den Flanken + PolyX Breaker-Unterschicht. Ausgezeichneter Kompromiss fürs Pendeln
  • Schwalbe Greenguard: 3 mm Naturkautschuk-Schicht. Standard-Schutz, leichter als SmartGuard
  • Vittoria Graphene 2.0: Graphen-Nanoröhrchen im Compound für verbesserte Pannensicherheit ohne zusätzliches Gewicht

Tubeless bietet auch Schutz: Die Dichtflüssigkeit (Stans NoTubes, Muc-Off etc.) verschließt automatisch kleine Löcher (bis etwa 6 mm je nach Sealant). Das ist der beste Schutz gegen klassische Pannen (Dornen, Glas) und hält den Reifen trotzdem leicht und flexibel.

Straße vs. Gravel vs. MTB — welches Profil?

Straße:

  • Breite: 25-32 mm
  • Profil: glatt oder Mikro-Strukturen
  • Druck: 5-8 bar (je nach Fahrergewicht und Breite)
  • Referenz: Continental GP5000, Vittoria Corsa, Michelin Power Road

Gravel:

  • Breite: 35-50 mm
  • Profil: Seitenstollen + halb-glatte oder gezahnte Mittelbahn
  • Druck: 2,5-4,5 bar
  • Referenz: Schwalbe G-One Allround, WTB Riddler, Panaracer GravelKing

MTB Cross-Country:

  • Breite: 2.0-2.35" (51-60 mm)
  • Profil: versetzte Stollen, niedriger Rollwiderstand
  • Druck: 1,6-2,2 bar
  • Referenz: Maxxis Ikon, Schwalbe Racing Ralph, Continental Race King

MTB Trail/Enduro:

  • Breite: 2.35-2.6" (60-66 mm)
  • Profil: aggressive Stollen, großes Volumen
  • Druck: 1,3-1,8 bar
  • Referenz: Maxxis Minion DHF/DHR II, Schwalbe Magic Mary, Continental Kryptotal

Empfohlene Drücke nach Breite

Diese Drücke sind Richtwerte für einen 75 kg schweren Fahrer. Addiere ~0,2 bar pro 5 kg zusätzliches Gewicht, subtrahiere ~0,2 bar pro 5 kg weniger.

BreiteStraße/StadtGravelMTB
23 mm7,5-8,5 bar
25 mm6,5-7,5 bar
28 mm5,5-6,5 bar
32 mm4,5-5,5 bar4,0-5,0 bar
40 mm3,0-4,0 bar
50 mm2,5-3,5 bar
2.25"1,6-2,0 bar
2.5"1,3-1,7 bar
Tubeless erlaubt dir, 0,3 bis 0,5 bar niedrigere Drücke zu fahren als mit Schlauch, da es kein Pinch-Flats-Risiko mehr gibt.

L'Atelier kann dir helfen, den idealen Reifen für deinen Rahmen, deine Felge und deine Anforderungen zu finden. Stelle deine Frage und erhalte eine persönliche Empfehlung.

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