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Modulare Helme zum Touring: 5 getestete Modelle

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Max
7 min11. April 2026
Modulare Helme zum Touring: 5 getestete Modelle

Ich bin in den letzten zehn Jahren mit modularen Helmen auf drei Kontinenten unterwegs gewesen, und ich kann sagen, dass sich der Markt enorm entwickelt hat. Zwischen den ersten lauten und schweren Generationen und den heutigen Modellen liegt ein Riesenschritt. Für ernsthaftes Touring ist der modulare Helm meine erste Wahl: Die Möglichkeit, die Kinnpartie an einer Mautstation zu öffnen, deutlich mit einem Sozius zu kommunizieren oder etwas zu trinken, ohne alles abzunehmen, macht den Unterschied bei 800 km pro Tag.

Ich habe sechs Monate damit verbracht, fünf Modelle zu testen, die das Segment 350-800€ dominieren, auf Strecken von Paris-Barcelona bis hin zu täglichen Ausfahrten von 200-300 km. Vollständige Bilanz.

Modulare Helme zum Touring: 5 getestete Modelle Foto: Motorrad-67 (talk) / Wikimedia Commons (Attribution)

ECE P/J-Zulassung und was sie wirklich verändert

Alle modularen Helme haben die J-Zulassung (Jet, Kinnpartie offen), aber nur bestimmte Modelle erhalten die P-Zulassung (Protection, Kinnpartie geschlossen). Bei meinen fünf Modellen verfügen vier über diese doppelte P/J-Zulassung: Schuberth C5, Shoei Neotec II, HJC RPHA 91 und AGV Tourmodular. Der Nolan N100-6 bleibt nur mit J-Zulassung.

Was ändert das praktisch? Rechtlich nichts, solange Sie mit geschlossener Kinnpartie fahren. In der Praxis hat ein Helm mit P-Zulassung spezifische Aufpralltest an der Kinnpartie bestanden. Ich habe billige modulare Helme gesehen, bei denen der Öffnungsmechanismus bei 40 km/h nach einem mittelschweren Sturz versagt. Bei einem P-zertifizierten Helm schreiben die Normen eine minimale Widerstandskraft von 275 Joule im Kinnbereich vor.

Der Nolan N100-6 kompensiert das Fehlen der P-Zulassung durch ein verstärktes Flip & Lock-Verriegelungssystem mit doppeltem Sicherungsrasten. Ich habe ihn auf 4 500 km in Spanien getestet: Null Eigenbewegung, auch auf zerstörtem Kopfsteinpflaster. Preis: 469€ in der Standardversion, was immer noch 150-200€ unter den High-End-Modellen mit P-Zulassung liegt.

Gewicht und Balance: Die Zahlen, die zählen

Das angegebene Kataloggewicht und das nach 6 Stunden Fahrt empfundene Gewicht sind zwei verschiedene Welten. Der Schwerpunkt und die Gewichtsverteilung machen alles aus.

Gewichtsvergleich Größe M:

  • Schuberth C5: 1 680 g
  • Shoei Neotec II: 1 750 g
  • HJC RPHA 91: 1 550 g
  • Nolan N100-6: 1 680 g
  • AGV Tourmodular: 1 610 g

Der HJC RPHA 91 gewinnt auf der Waage mit 1 550 g dank einer dreilagigen Verbundschale (Glasfaser, Kohlenstoff, Aramid). Aber Vorsicht, ich fand seine Balance besser als die des Schuberth. Die HJC-Kinnpartie ist schwerer, was bei offener Kinnpartie einen Kippeffekt nach vorne erzeugt.

Der Schuberth C5 verteilt sein Gewicht anders: dickere Hochleistungs-Polycarbonat-Kalotte, doppelte EPS-Schaumstoffdichte, die 80 g hinzufügt, aber alles bleibt am Kopf gut sitzen. Nach 850 km Paris-Nürnberg ohne Unterbrechen: null Nackenschmerzen. Der Shoei Neotec II vermittelt das gleiche Gefühl, aber 70 g mehr machen sich zum Ende des Tages bemerkbar.

"Bei einer Touring-Strecke von 3 000 km in zwei Wochen stellt eine Gewichtsdifferenz von 100 g etwa 2-3 Stunden kumulierte Ermüdung an den Nackenwirbeln dar. Aber ein Helm mit 1 600 g, der schlecht ausbalanciert ist, ermüdet mehr als ein ausgewogener 1 700 g-Helm."

Der AGV Tourmodular bietet nach meinen Tests den besten Kompromiss zwischen Gewicht und Balance. 1 610 g, niedriger Schwerpunkt, Kinnpartie aus Kohlenstoff, die beim Öffnen nicht unausgewogen wird. Preis: 599€, also 130€ weniger als der Schuberth.

Modulare Helme zum Touring: 5 getestete Modelle Foto: Benutzer:Hejkal / Wikimedia Commons (CC BY-SA 2.0 de)

Lärmschutz: Die echten Dezibel bei 130 km/h

Ich habe das Schallniveau auf einer BMW R1250RT (hohe Windschutzscheibe) bei stabilisierter Geschwindigkeit von 130 km/h gemessen, Schallpegelmesser auf Höhe des rechten Ohrs. Identische Bedingungen für alle fünf Helme.

Messwerte in dB(A) bei 130 km/h:

  • Schuberth C5: 88 dB
  • Shoei Neotec II: 91 dB
  • HJC RPHA 91: 93 dB
  • Nolan N100-6: 94 dB
  • AGV Tourmodular: 90 dB

Der Schuberth C5 dominiert die Konkurrenz mit 88 dB. Zu Referenz: 3 dB Unterschied = doppelter Schallpegel für das menschliche Ohr. Zwischen dem Schuberth und dem Nolan liegen wir beim vierfachen Faktor. Nach 5 Stunden bei 130 km/h mit dem C5 sind meine Ohren noch frisch. Gleiche Dauer mit dem Nolan, ich habe das charakteristische Pfeifen zwei Stunden nach dem Abnehmen des Helms.

Das Geheimnis des Schuberth: Übergroßer Kinnschutzrand (8 mm statt 5 mm bei den anderen), hochdichte Schaumstoffdämmung 45 kg/m³ in den Wangen, und vor allem ein in einem Windkanal berechnetes aerodynamisches Profil. Der Luftstrom löst sich hinten sauber ab, ohne Turbulenzen zu erzeugen. Man spürt es: Bei 110-120 km/h wird der C5 leiser, während die anderen anfangen zu heulen.

Shoei und AGV erfüllen den Job für 90% der Fahrer. Der Neotec II mit 91 dB bleibt auf 600-700 km pro Tag komfortabel. Der AGV Tourmodular (90 dB) überrascht bei seinem Preis von 599€, nur 2 dB mehr als der Schuberth für 749€.

Der HJC mit 93 dB und der Nolan mit 94 dB erfordern obligatorische Ohrstöpsel über 110 km/h. Aber angesichts ihrer Preise (379€ für den HJC, 469€ für den Nolan) kann man ihnen nicht wirklich einen Vorwurf machen.

Belüftung und Antibeschlag: Die Tests in der Realität

Marketing-Diagramme zeigen immer wunderbare blaue und rote Pfeile. Die Realität ist 8°C an einem Novembermorgen auf der A7 mit feinem Regen.

Der Shoei Neotec II bietet die beste Belüftung der fünf. Zwei frontale Einlässe von je 14 cm², ein hinterer Auslass von 18 cm². Der Luftstrom durchquert die Kalotte über vier in das EPS geformte Kanäle. Bei 30°C in der Stadt, Helm geschlossen, atme ich normal. Die anderen müssen unter 20 km/h die Kinnpartie leicht öffnen.

Schuberth C5: effektive aber laute Belüftung. Das Öffnen der beiden Frontlüftungen addiert 4-5 dB bei 130 km/h. Am Ende bin ich im Winter mit geschlossenen und im Sommer mit halboffenen Lüftungen gefahren und habe mit der Kinnpartie geregelt.

Das Antibeschlag-System variiert radikal:

  • Schuberth C5: Pinlock 120 XLT Serie, behandelte innere Antibeschlag-Oberfläche, kein Beschlag bis -5°C
  • Shoei Neotec II: Standard Pinlock 70, Limit bei 2-3°C je nach Feuchte
  • HJC RPHA 91: Pinlock 120 optional (45€), sonst Garantie-Ärger unter 10°C
  • Nolan N100-6: VPS-System (Sonnenschild), das zwischen den beiden Scheiben bei -2°C Beschlag erzeugt
  • AGV Tourmodular: Pinlock 120 Serie, leistungsfähig bis 0°C

Ich bin eine Woche Ende Oktober in den Alpen mit dem HJC ohne Pinlock gefahren: Obligation, die Scheibe permanent unter 5°C leicht offen zu halten. Mit dem Schuberth bleiben die Scheiben bei -3°C völlig beschlagfrei. Die 370€ Unterschied rechtfertigen sich hier.

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Sprechanalagen und Konnektivität: SC2 versus Alternativen

Der Schuberth C5 wird mit dem SC2-System optionen integriert verkauft (179€), entwickelt in Partnerschaft mit Cardo. Unsichtbare Installation, Bedienelemente auf der Schale verteilt. Ich habe das Kit auf 2 800 km Deutschland-Österreich getestet.

Echte Autonomie: 13h30 in aktiver Kommunikation, 8-9 Tage im Standby. Reichweite 1 600 m Moto-zu-Moto auf freiem Gelände, 400-500 m in den Bergen. Audioqualität hervorragend bis 140 km/h dank 45 mm Lautsprechern und drei Windschutz-Mikrofonen. Mein Sozius hört mich deutlich, auch im Regen bei 110 km/h.

Problem: Das SC2-System bleibt propriätär Schuberth. Hoher Preis, und wenn Sie den Helm wechseln, müssen Sie alles neu kaufen.

Shoei bietet die SRL3 (359€) mit ähnlichen Funktionen aber Sena-kompatibel. Der Neotec II akzeptiert auch universelle Systeme wie Cardo Freecom 4+ (externe Klebung). Ich habe einen Freecom auf dem Neotec installiert: ehrenhaftes Ergebnis, aber die generischen 40 mm Lautsprecher klingen nicht so gut wie das SC2.

HJC, Nolan und AGV bleiben bei externen Lösungen. Vorteil: Freie Systemwahl (Cardo, Sena, UClear). Nachteil: sichtbare Installation, verschlechterte Esthétik, zusätzlicher Windwiderstand.

Für intensive Touring-Nutzung mit Fahrer-Sozius bleibt der Schuberth + SC2 die Referenz: 749€ + 179€ = 928€ total. Der Shoei + SRL3 kommt auf 899€. Die anderen mit einem guten externen Cardo: zwischen 650-900€ je nach gewähltem System.

Budget und Wartung: Echte Kosten über 5 Jahre

Katalogpreise:

  • HJC RPHA 91: 379€
  • Nolan N100-6: 469€
  • AGV Tourmodular: 599€
  • Schuberth C5: 749€
  • Shoei Neotec II: 740€

Aber man muss hinzurechnen:

Ersatzscheiben:

  • HJC: 55€ (klar), 75€ (getönt)
  • Nolan: 48€ (klar), 68€ (getönt)
  • AGV: 89€ (klar), 109€ (Iridium)
  • Schuberth: 95€ (klar), 135€ (getönt)
  • Shoei: 78€ (klar), 118€ (getönt)

Wangen- und Fütterungsschaum:

  • HJC: 45€ komplettes Set
  • Nolan: 52€ Set
  • AGV: 68€ Set
  • Schuberth: 89€ Set
  • Shoei: 75€ Set

Über 5 Jahre mit 25 000 km/Jahr Touring (intensive Nutzung) wechsle ich zweimal die Scheibe, einmal den Schaum. Wartungsbudget:

  • HJC: 379€ + 130€ + 45€ = 554€
  • Nolan: 469€ + 116€ + 52€ = 637€
  • AGV: 599€ + 198€ + 68€ = 865€
  • Schuberth: 749€ + 230€ + 89€ = 1 068€
  • Shoei: 740€ + 196€ + 75€ = 1 011€

Der HJC bietet das beste Preis-Leistungs-Verhältnis, wenn Sie seine Grenzen akzeptieren (Lärm, mittlere Belüftung). Der Nolan bietet gutes Gleichgewicht bei insgesamt 637€. Der AGV bleibt wettbewerbsfähig bei 865€ angesichts seiner Leistung. Schuberth und Shoei erfordern ein echtes Budget, rechtfertigt nur für hohe Kilometer (30 000+ km/Jahr).

Zusammenfassung

Für lange Touring-Strecken mit komfortablem Budget: Schuberth C5 für 749€. Unschlagbarer Lärmschutz von 88 dB, perfekte Balance, deutsche Verarbeitung. Fügen Sie die SC2 für 179€ hinzu, wenn Sie regelmäßig im Duo fahren.

Für das beste Preis-Leistungs-Verhältnis: AGV Tourmodular für 599€. 90 dB Lärmschutz, 1 610 g gut verteilt, Pinlock 120 Serie. Es leistet 90% des Schuberth-Jobs für 150€ weniger.

Für einen ersten modularen Helm oder knappes Budget: Nolan N100-6 für 469€. Keine P-Zulassung aber zuverlässiges Flip & Lock-System, akzeptabel bei 94 dB mit Ohrstöpseln. Die 280€ Ersparnis gegenüber dem Schuberth finanziert eine ordentliche Cardo-Sprechanlage.

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