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SAG-Einstellung: Die Grundlage deiner Federung

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Max
4 min16. April 2026
SAG-Einstellung: Die Grundlage deiner Federung

Was ist SAG?

Der SAG (ausgesprochen "Säg") ist die Einfederung deiner Federung unter dem Gewicht des Fahrers in statischer Position. Kurz gesagt: Wie viel deine Gabel oder dein Dämpfer einfedert, wenn du auf dem Bike sitzt, ohne dich zu bewegen.

Das ist die Nummer-1-Einstellung. Wenn der SAG falsch eingestellt ist, können alle anderen Einstellungen (Rebound, Compression, Tokens) das nicht kompensieren. Du fängst immer hier an.

Warum ist das wichtig?

Die Federung muss in beide Richtungen arbeiten: Kompression (Hindernis absorbieren) und Extension (Senken folgen). Wenn der SAG zu niedrig ist (Federung zu hart), hebt das Rad in den Senken ab und du verlierst Grip. Wenn der SAG zu hoch ist (Federung zu weich), verbrauchst du zu viel Federweg und schlagst am Ende gegen den Anschlag.

So misst du den SAG

Methode mit O-Ring

Die meisten Gabel und Dämpfer haben einen O-Ring (kleiner Gummiring) auf dem Schaft:

  1. Entleere die Gabel komplett, dann fülle sie auf deinen Ausgangsdruck auf (beginne mit deinem Gewicht in kg = Druck in PSI als Basis)
  2. Öffne Rebound und Compression ganz (drehe die Einstellräder ganz gegen den Uhrzeigersinn)
  3. Schiebe den O-Ring gegen die Dichtung (ganz oben am Schaft)
  4. Steige auf das Bike in kompletter Ride-Ausrüstung (Helm, Rucksack, Trinkflasche). Lass dich von jemandem halten oder lehne dich gegen eine Wand
  5. Nimm deine natürliche Position auf dem Bike an (nicht aufrecht auf den Pedalen, nicht wie auf einem Rennrad — deine normale Ride-Position)
  6. Steige langsam ab, ohne die Federung zum Wippen zu bringen
  7. Miss den Abstand zwischen dem O-Ring und der Dichtung. Das ist dein SAG in Millimetern

Prozentrechnung

SAG (%) = (statische Einfederung / Gesamtfederweg) x 100

Beispiel: Deine Gabel hat 150 mm Federweg. Der O-Ring zeigt 40 mm Einfederung. SAG = 40/150 = 26,7 %.

Zielwerte nach Disziplin

DisziplinGabel SAGDämpfer SAG
XC / Marathon15-20 %20-25 %
Trail25-30 %25-30 %
Enduro28-32 %30-35 %
DH / Gravity30-35 %30-35 %
Diese Werte sind Ausgangspunkte. Ziel ist es, den gesamten Federweg zu nutzen, ohne am Ende gegen den Anschlag zu schlagen. Wenn du oft schlagst, erhöhe den Druck. Wenn du nur 80 % des Federwegs nutzt, senke den Druck.
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Luftdruck einstellen

  • Zu viel SAG (Federung zu weich) → erhöhe den Druck (5 PSI auf einmal)
  • Zu wenig SAG (Federung zu hart) → senke den Druck (5 PSI auf einmal)
  • Hochdruckpumpe erforderlich (spezielle Federungspumpe, keine Reifenpumpe)
  • Achtung: Wenn du die Pumpe abkoppelst, verlierst du etwa 5-10 PSI. Berücksichtige das

Tokens und Volume Spacer

Tokens (Fox) oder Volume Spacer (RockShox) reduzieren das Luftvolumen in der positiven Kammer. Der Effekt: Die Federung wird progressiver (je mehr sie einfedert, desto härter wird sie). Das ändert NICHT den SAG, verhindert aber das Durchschlagen.

  • Mehr Tokens = progressive Federung, härter am Ende des Federwegs → für aggressive Fahrer oder große Federweg-Mengen
  • Weniger Tokens = lineare Federung, komfortabler → für leichte Fahrer oder XC

Die nächsten Einstellungen: Rebound und Compression

Sobald der SAG stimmt:

Rebound (Ausfederung): Kontrolliert die Geschwindigkeit, mit der die Federung in die Extension zurückkommt. Zu schnell = das Bike springt wie ein Känguru. Zu langsam = die Federung "stapelt sich" (kommt zwischen zwei Hindernissen nicht schnell genug zurück). Grundregel: Lass dein Gewicht auf dem Bike fallen, die Gabel sollte schnell zurückkommen, ohne dich hochzuschleudern.

Low-Speed Compression (LSC): Kontrolliert die Einfederung bei langsamen Bewegungen (Bremsen, Kurvenfahren, Treten). Je mehr du sie zudrehst, desto weniger "pumpt" die Federung beim Treten.

High-Speed Compression (HSC): Kontrolliert die Einfederung bei schnellen Schlägen (Wurzeln, Steine). Die meisten Trail-Gabeln haben diese Einstellung nicht — sie ist den High-End-Gabeln vorbehalten.

Willst du den empfohlenen Druckbereich für dein Gewicht auf deiner exakten Gabel wissen? L'Atelier findet diese Specs in der technischen Dokumentation des Herstellers.

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